Prolog Und Kapitel 1

 
E- Mail zurück ins Leben
 
Wenn ein Tag ein ganzes Leben verändert
 
Prolog
 
Glück und Glas, wie leicht bricht das?
Gestern hätte mir der Spruch nur ein müdes Lachen entlockt, doch heute weiß ich nur zu gut wie wahr dieser Satz ist. Ein anderer Tag, eine andere Zeit oder ein anderer Weg, dann wäre alles anders gekommen. Oder nicht?
 
I. Ritt ins Dunkle
 
Es gibt Tage, an denen spürt man, dass etwas nicht stimmt. Die Absage von Pat, dass sie heute nicht mit mir ausreiten konnte, machte mir nichts aus. Das kam schon mal vor und ich beschloss den Weg zum Fluss zu nehmen. Es war heiß und eine Abkühlung tat Thunder und mir gut. Ich ging in den Stall und sattelte ihn. „He nicht so nervös", versuchte ich ihn zu beruhigen. Er mochte die Hitze genauso wenig wie ich. Mit einem gekonnten Schwung saß ich im Sattel und trabte Richtung Fluss. Schon nach kurzer Zeit schwitzte Thunder und er wurde immer unruhiger. Auch mir machte die Sonne zu schaffen, aber ich wollte noch nicht zurückreiten. Nur noch ein kurzes Stück und ich war an der kleinen Landstraße, wo ich von weitem einen Bus auf uns zukommen sah. Thunder sah ihn auch und tänzelte unruhig hin und her. „Holla!", sagte ich zu ihm und trieb ihn schnalzend an. Ich wollte noch vor dem Bus rüber. Leicht genervt schlug ich ihm meine Füße in die Flanken, um ihn zum Galoppieren zu zwingen. Viel zu spät hörte ich ein Motorrad auf uns zu rasen. Thunder, der schon zu gestresst war, um jetzt noch auf mein Ziehen an der Trense zu reagieren, ging mit mir durch.
 
Nur mit großer Mühe konnte ich mich auf seinem Rücken halten. Blindlings donnerte er los und an ein Kontrollieren war jetzt nicht mehr zu denken. Wenn ich auch sonst eine gute Reiterin war, heute machte ich alles falsch.
Ich schrie ihn an, zerrte an der Trense und brachte ihn so noch mehr aus der Fassung. Wenn ich nur den Mut dazu gehabt hätte, um mich runter Fallen zu lassen, dann hätte ich mir vielleicht nur einige Knochen gebrochen, aber die Angst vor den Schmerzen und meinen Dickkopf alles Meistern zu wollen, ließen mich stur auf seinem Rücken bleiben. Ich kannte den Weg nicht und so sah ich die Baustelle, die in wahnsinniger Geschwindigkeit auf uns zu kam, viel zu spät. Eine Grube, die zum Überspringen einfach viel zu groß war, tat sich vor uns auf. Ich wusste, dass wir das nie schaffen könnten, aber Thunder versuchte es dennoch und dann wurde es schwarz.                                                                                       

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